Projekt: Agrippabad, Köln

 

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Agrippabad

 

Agrippabad

 

Agrippabad

 

 

 

Adresse
Kämmergasse 1
PLZ: 50676
Köln
Telefon: 0221 - 27 91 730

Objekt
Agrippabad, Köln

Designkünstlerin
Eva Ohlow

Malerbetrieb
Frank Schlegel, Köln

Eingesetzte Produkte
Sigma Glättputz
Sigma Indurin
Sigma Housepaint
Sigma Contour

Kunst und Handwerk Hand in Hand
Um als Malerbetrieb richtig zeigen zu können was man kann, kommt es zuweilen auf die richtige Verbindung an. Die hat für Frank Schlegel, Inhaber eines Kölner Malerbetriebes, einst eher zufällig in der Zusammenarbeit mit der international bekannten Kölner Designkünstlerin Eva Ohlow begonnen. Ein Paradebeispiel für die Fruchtbarkeit dieser Verbindung ist inmitten der Domstadt zu sehen. Hier realisierten die beiden die aufregende Farbgestaltung des altehrwürdigen Agrippabades.

1958 als damals größtes Schwimmbad Deutschlands eröffnet und nach dem römischen Vater Kölns benannt, verfiel das Agrippabad über mehr als drei Jahrzehnte hinweg langsam vom Publikumsmagneten zum Sanierungsfall. So galt seine bauliche und technische Modernisierung seit Mitte der 80er Jahre als unumgänglich. Im Frühjahr 1997 wurde es schließlich zum Auftakt einer umfassenden Verjüngungskur für den Besucherverkehr geschlossen. Nach den ersten Phasen des sanierenden Um- und Ausbaus wurde 1999 mit einer komplett neuen Farbgestaltung der Innenräume begonnen. Und nun - seit seiner Wideröffnung im Dezember 2000 - nimmt es wieder die ‚Pool-Position’ unter den Bädern Kölns ein!

Denkmalschutz spielte mit
Mit der künstlerischen Ausgestaltung des Foyers, der Schwimmhalle und des zentralen Treppenhauses war die international bekannte Designkünstlerin Eva Ohlow betraut. Dass sie ihr außergewöhnliches Farbkonzept zusammen mit Frank Schlegel in die handwerkliche Tat umsetzen würde, war dabei von Anfang an beschlossene Sache: „Wir lernten uns vor Jahren kennen, als sein Betrieb und mein Atelier im gleichen Haus lagen. Damit begannen der gedankliche Austausch und die gemeinsame Arbeit an gestalterischen Projekten”, berichtet die Künstlerin. Der enge Dialog mit dem handwerklichen Spezialisten war ihr beim Agrippabad aufgrund der teilweise schwierigen Bausubstanz besonders wichtig. Zudem hatte Eva Ohlows Farbkonzept eine Reihe wichtiger Vorgaben zu berücksichtigen. Denkmalgeschützte Elemente des Agrippabades wie der in Orange gekachelte Sprungturm der Schwimmhalle und die kalt-gelbe Bekleidung der Fassade setzten hier den Rahmen. Beide Farben mussten erhalten bleiben und in einer Neugestaltung integrierend aufgenommen werden. Eva Ohlow entwickelte auf dieser Basis ein Farbkonzept, das die spezifischen Raumfunktionen unterstützen, die Badeatmosphäre positiv stimulieren und zugleich die Bedeutung des Bades in stadthistorischer Perspektive unterstreichen soll.

Komposition in Grundfarben
Ausgangspunkt ihres Konzepts sind die drei Grundfarben Gelb, Blau und Rot, aus denen alle weiteren Farbtöne abgeleitet werden. Sie sollen eine Reminiszenz sein an das römische Erbe der Domstadt und an den Namensgeber des Bades. „Gelb”, erläutert Eva Ohlow, „steht dabei für Gold und Pracht, ein Kaiserblau symbolisiert die Farbe der Herrschenden und ein Pompejanisch-Rot ist Ausdruck römischer Sinnesfreude.” Wer heute das Agrippabad betritt, sieht schon in der Eingangshalle, wie nuanciert mit diesen drei Farben umgegangen wurde. Da ist zunächst die Querwand zur Linken, die das Gelb der Fassade aufnimmt, es aber als sonnigen bis honigfarbenen Ton viel wärmer wirken lässt. Auf den beiden sich gegenüber liegenden Langwänden des Foyers dominieren Blau und Rot.

„Das typische Agrippa-Blau”, erklärt Frank Schlegel, „entsteht hier aus warmen und kalten Tönen, die zu einer vibrierenden Fläche verschmelzen. So sind Blauschichten entstanden, wie man sie auch in antiken Bauten vorgefunden hat.” Ihre imposante Fortsetzung findet diese Sinfonie in Blau im angrenzenden Treppenhaus. Die Farbe der Kaiser und Könige, das Pompejanisch-Rot, wurde ebenfalls mehrschichtig in kalten und warmen Tönen auf die neu verputzten Wände aufgetragen und teilweise mit Purpur untermalt. So gewinnt die Fläche ihre heiter ausgeglichene, recht elegante Ausstrahlung, weit entfernt von Aggressivität. Als Hommage an die Bedeutung Kölns zu römischer Zeit setzten Eva Ohlow und Frank Schlegel auf allen Wänden des Foyers besondere Signale. Hier präsentieren sich Lagepläne von römischen Thermen, des Marstempels und solche antiker Pferdestallungen. An diese aufwändigen Arbeiten erinnert sich das Duo noch heute gerne: „Hierbei haben wir auf Basis alter Zeichnungen detailgetreue Vorlagen erstellt, auf die Wände projiziert und dann sorgsam nachgezeichnet”, verrät Frank Schlegel.

Schwünge in besonderen Tönen
In die Schwimmhalle des Bades fällt durch Europas größte, schrägliegende Wellen-Glasfassade (1.200 m² Fläche) ohnehin schon viel natürliches Licht. Verstärkt wird die Helligkeit durch die indirekte Beleuchtung eines Lichtbandes, das in das eigenwillige Doppelwellen-Dach eingesetzt wurde. „Damit”, so Eva Ohlow, „gewinnen die hier eingesetzten Farben ungemein an Leuchtkraft.” Türkisblau und Orange, in welligen Schwüngen unterlegt, bestimmen die Farbklänge im Innern der Halle. Sanfte Wärme und lichte Kühle im Zusammenspiel mit den Lichtquellen sollen ihr unterschiedliche Spannung und Schwingung verleihen. Die mit einer hochwertigen Fassadenfarbe gestrichenen Hallenwände wurden zum Teil zusätzlich mit einer Schutzbeschichtung versieglt. So sind sie gut gerüstet für die hohe Spritzwasserbelastung in Kölns führendem Schwimmbad.

 
     


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